Stolpersteine im Cäcilienchor Frankfurt
Gedenktage 24. – 26. April 2026

Verlegung 2023, Eschersheimer Landstr. 69, Frankfurt am Main
© Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main e. V.
Bereits zum dritten Mal initiiert und verlegt der Frankfurter Cäcilienchor Stolpersteine für seine in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 verfolgten Mitglieder. Die Stolpersteininitiative Frankfurt hat uns ein gesondertes Wochenende eingeräumt, um die von uns initiierten 30 Stolpersteine für zehn ehemalige Chor-Mitglieder und deren Familienangehörige feierlich zu enthüllen. Bereits einige Tage zuvor werden diese an den letzten frei gewählten Wohnungen verlegt.
Es berührt uns besonders, dass auch in diesem Jahr Nachkommen unserer früheren Chor-Mitglieder nach Frankfurt reisen, um an den Gedenktagen teilzunehmen.
Ablauf des Gedenkwochenendes
- Lesung von Katja Ostheimer über die Widerstandskämpferin Elisabeth Schumacher, geb. Hohenemser, am 24. April 2026 um 20 Uhr, in der Autorenbuchhandlung Marx & Co (Grüneburgweg 76, 60323 Frankfurt am Main)
- Enthüllung der Stolpersteine am 25. und 26. April 2026 (siehe Zeitplan unten)
- Abend der Begegnung mit musikalischem Beitrag des Chores am 26. April 2026 um 19 Uhr, im Haus der Chöre, (Kaiser-Sigmund-Straße 47, 60320 Frankfurt am Main); für geladene Gäste, Anmeldung erbeten unter stolpersteine
@ caecilienchor.de
Durch unsere ehrenamtliche Erinnerungsarbeit möchten wir die Lebensgeschichten dieser Menschen wieder rekonstruieren und sie so zurück in unsere Mitte holen. Durch die Stolpersteine soll die Erinnerung an sie auch in der Öffentlichkeit wachgehalten werden.
Es freut uns sehr, dass die Kosten für Erstellung und Druck unserer Publikation „Spurensuche 2“ bereits durch chor-externe Spenden aufgebracht werden konnten. Wenn Sie an einer Ausgabe der “Spurensuche 2” interessiert sind, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.
Unsere Erinnerungsarbeit wird von Beginn an von der ganzen Chorgemeinschaft ideell, personell und finanziell getragen. Unser Ziel ist es – wie auch bei früheren Verlegungen – die Stolpersteine vorwiegend durch unsere Chormitglieder zu finanzieren. Die Gesamtkosten für Produktion und Verlegung der Stolpersteine betragen rund 3500 Euro.
Wir freuen uns über Ihre Teilnahme an den Veranstaltungen!
Stolperstein-Arbeitsgemeinschaft im Cäcilienchor Frankfurt
Kontakt: stolpersteine
Zeitplan der Verlegungen 2026
Samstag, 25. April 2026
| Zeit | Stadtteil | Adresse | für Personen |
|---|---|---|---|
| 10:00 | Bahnhofsviertel | Weserstraße 61 (gegenüber Nr. 54) | Martha und Julie Hohenemser |
| 10:45 | Innenstadt | Opernplatz 4 | Carla, Moritz und Eva Sarah Pinkus |
| 11:25 | Westend | Reuterweg 18 | Moritz Nathan und Katharina Oppenheim |
| 12:00 | Westend | Elsheimerstraße 11 | Robert Knoblauch |
| 14:10 | Westend | Feldbergstraße 15 | Constance Hohenemser |
| 15:00 | Westend | Mendelssohnstraße 73 | Meta Hohenemser |
| 15:40 | Westend | Kettenhofweg 65 | Dr. Arthur Adler und Hermine Adler-Stiebel |
Sonntag, 26. April 2026
| Zeit | Stadtteil | Adresse | für Personen |
|---|---|---|---|
| 10:00 | Sachsenhausen | Eschenbachstraße 35 | Dr. Robert Hohenemser |
| 10:40 | Sachsenhausen | Schaumainkai 55 | Dr. Paul, Gabrielle, Felix und Stephan Oppenheim |
| 12:20 | Dornbusch | Adelheidstraße 11 | Dr. Franz, Elisabeth, Heinz-Erich und Elisabeth Adler |
| 13:10 | Nordend | Bäckerweg 7 | Dr. Leopold, Betty Beila, Dr. Ernst, Gertrude und Martha Nebenzahl |
| 14:20 | Fechenheim | Birsteiner Straße 47 | Dr. Wilhelm, Cordelia, Emma Maria und Gertrud Mathilde Hohenemser |
Stand 13.02.2026
Änderungen vorbehalten. Aktueller Zeitplan und Info
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Einblicke in die Erinnerungsarbeit
Neben einzelnen Personen wie dem Konzertagenten Robert Knoblauch stehen dieses Mal auch große Frankfurter Familien wie die Familien Adler-Stiebel, Hohenemser und Oppenheim im Mittelpunkt.
Die Hohenemsers waren allein laut letzter Mitgliederliste von 1925 mit sechs Personen im Cäcilien-Verein vertreten.
Das Haus der Familie von Moritz und Katharina Oppenheim im Reuterweg 18 (früher 32) war ein informelles kulturelles Zentrum Frankfurts, in dem Clara Schumann, Johannes Brahms und Paul Hindemith verkehrten.
Mit der großen Familie von Leopold Nebenzahl erinnern wir zum ersten Mal an eine sich zum orthodoxen Judentum bekennende Familie, aus der bis heute mehrere bedeutende Rabbiner hervorgegangen sind.
Neben den Personen, für die wir selbst Stolpersteine verlegen, erinnern wir auch an die Chormitglieder Elisabeth Weigert, Arthur Kutz und Paul Lion, für die früher bereits von anderer Seite Stolpersteine initiiert wurden, und an Gretel Hirschfeld, für die wir einen Stolperstein in Worms angeregt haben.
Die von uns in den letzten beiden Jahren recherchierten Schicksale, die wir in einer „Spurensuche 2“ dokumentieren, zeigen wieder in erschütternder Weise, wie diesen scheinbar fest in der Frankfurter Gesellschaft verankerten Menschen der Boden unter den Füßen weggerissen und sie in Armut, Verzweiflung, Flucht oder Tod getrieben wurden.
Kann es uns Mahnung sein?

Verlegung 2023, Blanchardstraße 20, Frankfurt am Main
© Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main e. V.



